| Carola Bark |
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Page 2 of 4 Carola Bark | ARBEITEN 99 - 04 Dauer der Ausstellung: 12.02. - 02.04. 2004 Carola Barks Arbeiten basieren auf einer überwiegend graphischen Gitterstruktur aus Linien. Dieses Grundmuster erweitert sich zu einem komplexen Gebilde mit einer Vielzahl von Ebenen, wenn bestimmte Variablen verändert werden: Die Dicke, der Verlauf, die Länge, die Farbigkeit der einzelnen Linien wie auch der Veränderbarkeit des Trägermaterials und der Kontext der Arbeiten. Trägerelemente sind nicht nur Papier, Pappe, Wand, Holz, sondern auch Böden, Gebäudewände, Treppenaufgänge, Brunnen und Abfallbehälter.
Eine Begegnung mit den Arbeiten Carola Barks Grundlage des Oeuvre von Carola Bark ist eine überwiegend graphische Gitterstruktur aus Linien. Dieses scheinbar einfache Grundmuster erweitert sich zu einem komplexen Gebilde mit einer Vielzahl von Ebenen, wenn bestimmte Variablen verändert werden. Diese Variablen sind hier die Dicke, der Verlauf, die Länge, die Farbigkeit der einzelnen Linien wie auch der Veränderbarkeit des Trägermaterials und der Kontext der Arbeiten. Im Verhältnis zwischen dem Ort der Zeichnung und der Umgebung, z.B. einer Art Zeichnung aus Klebeband in einem Treppenhaus an der Wand entstehen neue Realitäten, die das Ergebnis von einem gewöhnlichen Tafelbild abheben. Das Ungewohnte der Kombinationen und die lapidare, oft trockene Vorgehensweise führen zu neuen Denkweisen und Raum/Ortsvorstellungen beim Betrachter und erschließt damit Ungedachtes. Die Farbigkeiten sind zurückgenommen ins Grau, Weiß, Schwarz sowie natürliche Erdigkeiten: Ocker, Beige. Manchmal entstehen Arbeiten ad hoc im Vorübergehen, aus der Wahrnehmung heraus z.B. an einer Hauswand in Adlershof, bei der ein horizontaler Strich mit Klebe-band ausreicht, um zusammen mit der Wand eine neue dreidimensionale entmaterialisierende Zeichnung entstehen zu lassen. Neben den Zeichnungen ist das Angehen des realen Raumes mittels Farbe, Klebeband und Schnur eines der wichtigen Projekte der Künstlerin in den letzten drei Jahren gewesen. Wichtig scheint mir dabei das Aufladen des Raumes mit einer Atmosphäre durch den künstlerischen Eingriff: Mit nur wenigen Mitteln, diese jedoch sehr präzise eingesetzt, gelingt es Bark, sinnliche Ereignisse stattfinden zu lassen, die ich des öfteren sogar zu hören glaube wie bei der Fußbodenarbeit im Alexander von Humboldt Haus 2001 in Bayreuth. Realraum und erzeugter Raum durchdringen sich. Berührungspunkte mit Vorgehensweisen von Ryman, Sandback und Martin ergeben sich. Mit letzterer hat Carola Bark die Präzision der Unvollkommenheit gemein, die einen Gutteil des Charakters der Zeichnungen ausmacht: Nicht Sterilität, sondern Lebendigkeit, die ihre eigene Präzision und Abgeschlossenheit hat. Letztendlich geht es um Schärfung der Wahrnehmung.
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