Mark Sheinkman SOME OTHER STREETS IN THE BRONX PDF Drucken E-Mail

Eröffnung: Freitag, 12. 12. 2008, 18-21 Uhr
Dauer: 12.12.2008 -31.1.2009

 

Mark Sheinkmans zeichnerischen Werke sind Betrachtungen und Analysen von Raum, Licht, Linien und Bewegung. Wie vor ihm Jackson Pollock oder Brice Marden oder auch Christopher Wool fasziniert den New Yorker Künstler die Möglichkeiten des Linearen, die Unendlichkeit der Linie, die an einem Rand des Blattes auftaucht und auf einer anderen Seite wieder verschwindet. An anderen Stellen scheint die Linie aus dem Nichts zu entstehen und sich nach einigen Umdrehungen und Windungen wieder aufzulösen oder zu zerfasern. Das Ausmaß des Raumes bleibt unklar, doch die Dynamik und Kraft der Linie, die ihn durchwandert, bestimmen die Kompositionen. Die all-over Strukturen früherer Arbeiten gibt Sheinkman in diesen neuen Zeichnungen auf zugunsten einer stärkeren Akzentuierung der räumlichen Dimension.
Bei aller Ungegenständlichkeit - die Titel "Longfellow", "Kelly" oder "Randall" beziehen sich auf Strassen in der Nähe seines Studios in der Bronx - evozieren diese Arbeiten auch Erscheinungen der sichtbaren Welt. Sie changieren zwischen materiell und immateriell. Durch den Glanz des Graphits und durch die Tiefenstruktur, die sich aus der Überlagerung von leuchtenden und transparenten Schlaufen ergibt, suggerieren die Zeichnungen Dunkelheit, die von Lichtstrahlen durchbrochen wird; oder Rauchschwaden, die in der schwarzen Leere stehen, um sich bald darauf in ihr aufzulösen.
Auch Sheinkmans Technik ist faszinierend. Seine Zeichnungen entstehen nicht, wie man denken mag, durch Überlagerung von Schichten sondern durch den Prozess des Auslöschens. Er trägt zunächst mit Hilfe von Pinseln und Tüchern eine Graphitschicht auf das Papier, welche mit Öl und Alkyd fixiert wird, um dann mit einem Radierer die Linien und Schlaufen in das Graphit zu zeichnen. Das Muster entsteht im Prozess des Arbeitens und unterliegt keiner Vorlage. Diese Vorgehensweise wandte er erstmals 1994 an und perfektionierte sie weiter, um sie von 2002 an zu seiner zentralen Arbeitstechnik zu machen.
Während er einige Teile des Blattes unberührt lässt, sind andere durchflossen von den leuchtenden, sich windenden, opaken Bändern, die dem bleiernen Grau eine elegante Komponente verleihen. Durch den Kontrast von ruhigen und dynamischen Elementen schafft der Künstler in der abstrakten Zeichnung poetische Formen, die zum kontemplativen Betrachten einladen.

 

1.
garrison.jpg
2.
grandview.jpg
3.
kelly.jpg
4.
longfellow.jpg
5.
plimpton.jpg
6.
randall.jpg
7.
wales.jpg

 

 

 
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